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jomo62
Beiträge: 115 | Punkte: 201 | Zuletzt Online: 18.11.2017
Name
Josef Most
E-Mail:
mostjosef@t-online.de
Beschäftigung
Akustiker
Hobbies
Musik,Klavier,Gitarre,Kochen,Essen,Laufen,Schwimmen,Radfahren,Lesen
Wohnort
Weiden i.d.Opf.
Registriert am:
22.01.2013
Geschlecht
männlich
Titel
keine Angabe
Lübeck Klasse
keine Angabe
    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Oticon Opn - IFTTT.com Szenarios" geschrieben. 12.12.2016

      Hallo Herr Warnke,
      ich stelle tatsächlich in der alltäglichen Praxis fest, dass so manche ausgefeilte adaptive Mikrofontechnik nicht immer von Vorteil für den Anwender ist.
      Unter Laborbedingungen wird natürlich ein gutes Richtmikrophon mit Nutzschall von vorne und Störschall von hinten und seitwärts einen eindeutigen Gewinn erzielen.
      Wieso "nur" unter Laborbedingungen?
      Hatte kürzlich einen Wirt. Steht an der Theke und nimmt Bestellungen von den Bedienungen entgegen.
      Der hatte bislang eine bin. Versorgung mit Omni-Mics. Seit einiger Zeit ist er mit High-End-Geräten versorgt, welche natürlich in seiner beruflichen Situation
      entsprechend arbeiten. Das hat ihn stark irritiert. Situation: Bedienung kommt von vorne und sagt ihm die Bestellung. Geht gleichzeitig weiter um ihn herum und gibt weitere
      Anweisungen, die er nicht mehr versteht, da höchstwahrscheinlich die Geräte auf starke Richtwirkung nach vorne geregelt haben. Kein Sprachverfolger der Welt schafft es
      in dieser Situation (voller Saal) der Stimme der Bedienung zu folgen. Da mein Verdacht entsprechend war, habe ich die Geräte in allen Situationen auf Omni-Mic gestellt.
      Seitdem keine Probleme mehr. Er hört wieder, so wie er es gewohnt war. Damit kann er besser umgehen.
      Das ändert natürlich nichts daran, dass eine starke Richtwirkung von Vorteil sein kann. Der Nutzer muß es nur bewußt selber zuschalten oder sich zumindest bewußt sein,
      dass die Automatik etwas tut, das diesen "Tunnel" bewußt bewirkt.

      Ich denke mal, dass die Gewohnheit (schlechte Angewohnheit) sich nicht präsent mit einem Gegenüber zu unterhalten, sondern gleichzeitig die Umgebung nach interessanten
      Gesprächsfetzen zu scannen weit verbreitet ist. Und am hartnäckigsten ist man ja immer bei dem Lassen von Gewohnheiten.
      Insofern ist es vielleicht erklärlich, dass einigen Hörgeräteträgern ein Rundumempfang angenehmer ist, als die fixierte Richtwirkung nach vorne. Selbst, wenn es
      der Hörgeräteträger nachvollziehen kann, dass die Richtwirkung vorteilhaft ist, bemängeln viele diese Wirkung in der Praxis, da ungewohnt.

      Wer es verständnismäßig begreift, was das Richtmikro tut und dies evtl. auch manuell zuschaltet, wird natürlich in der entsprechenden Situation einen Vorteil haben.

      Es scheint sich aber immer wieder zu zeigen, dass Techniken, welche im Labor eindeutige Vorteile bringen, vom Anwender so nicht immer auch empfunden werden.
      Dazu darf man nicht nur adaptive Mic-Techniken zählen sondern wahrscheinlich auch geschlossene Versorgungen.

      Umgekehrt hatten in der Vergangenheit Techniken großen Anpaßerfolg, die bald darauf als vollkommen daneben erkannt wurden.
      Dazu wird einem sofort der K-Amp einfallen oder viele offene Versorgungen (auch mit Schlimmschlauch).

      Ich kann mich noch an den Vortrag beim EUHA (damals noch UHA?) in Nürnberg erinnern, wo der K-Amp im Fachvortrag präsentiert wurde.
      Bin mir nicht sicher ob es Dr. Mead. Killion damals selbst war, war jedenfalls in Originalsprache. Das klang damals sehr fundiert und nachvollziehbar.
      TILL und BILL wurde auch fester Stoff bei der Ausbildung.

      Die Industrie ist jedenfalls bis auf wenige voll drauf abgefahren. Bekam man doch ein Produkt, das eine schnelle Akzeptanz hatte und unkompliziert anzupassen war.
      Geblieben ist davon zumindest die WDRC. Heute natürlich verfeinert durch viele Kniepunkte und variable Kompressionsfaktoren in noch mehr Kanälen.

      Es gab in den späten 80igern eine Untersuchung, welche Features zu einer spürbar bessere Akzeptanz von Hörgeräten führte.
      Wenn ich mich richtig erinnere, war das die PC. Die gibt es auch heute noch. Selbstverständlich weiterentwickelt.
      Es ist somit immer interessant zu sehen, was sich nach Jahren noch hält und was komplett vom Schirm verschwunden ist.

      Grüße
      jomo

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 07.12.2016

      Zitat
      Dabei wurden Klangbeispiele über Kopfhörer verglichen. Aufnahmen X waren (ich hoffe hochwertige) "Studioaufnahmen" und Y die gleiche Aufnahmesitutation durch das Hörsystems gehört.



      Da wurden konkret verschiedene Musikstücke mit verschiedenen Übertragungstechniken verglichen. Einmal Bluetooth und dann das Herstellereigene Übertragungssystem mit größerer Bandbreite.
      Besser wäre gewesen, ein und dasselbe Musikstück mit den verschiedenen Übertragungstechniken zu vergleichen.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Signia Telecare - Fluch oder Segen?" geschrieben. 01.12.2016

      Die guten von den angebotenen In-Situ-Audiometrieverfahre via Hörgerät direkt bringen ja bereits ein sehr gutes Ergebnis.
      Mit entsprechender Motivation ließe sich diese Methode sicherlich auch noch um einiges verbessern. Was die Anpaßgeschwindigkeit
      für eine erste gangbare Einstellung anbelangt sind solche Systeme jedenfalls unschlagbar.
      Dass das wirklich recht gut klappt, wurde in einer Arbeit auch dargestellt, welche von der EUHA dann auch einen Preis bekam.
      Ich meine mich erinnern zu können, dass es vor bereits 10 Jahren von Interton ein Gerät gab, womit man Insitu Lautheitsskalierung durchführen konnte.
      Hat aber auf Grund mangelhafter Auswertung der gewonnenen Daten nicht wirklich funktioniert. Aber wie gesagt, schon 10 Jahre her.
      Inzwischen dürfte da mehr gehen, wenn man wollte.
      Ein geführter Workflow für die Selbstanpassung mit hoher Redundanzrate würde im Nachhinein meßtechnisch kontrolliert heute sicher
      sehr nahe an einer handwerklichen Anpassung liegen. Von anatomisch richtiger Plastik mal abgesehen.

      (Admin-Edit: Im Anhang die genannte Arbeit im Rahmen des EUHA-Förderpreises. LG, AES)

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 01.12.2016

      Zum Thema Meßbarkeit von Empfindungsgrößen allgemein habe ich diesen interessanten Satz gefunden.

      "...Höchste Aufgabe des Physikers ist also das Aufsuchen jener allgemeinsten Gesetze, aus
      denen durch reine Deduktion das Weltbild zu gewinnen ist. Zu diesen elementaren Gesetzen
      führt kein logischer Weg, sondern nur die auf Einfühlung in die Erfahrung sich stützende
      Intuition"...

      Wirklich große Physiker stützen sich auf Intuition, nicht auf Logik?
      Physik ist Einfühlung in die Erfahrung?
      Für uns kleine Menschen, die wir an Zahlen, Fakten und Logik glauben, sind solche Sätze fast
      unglaublich ...

      jomo


      P.S.: Hätte ich beinahe vergessen...., das Zitat ist von Albert Einstein.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 30.11.2016

      Das mit dem "unabsichtich" ist es vielleicht. War wahrscheinlich gar nicht gewollt.
      Ich gehe auch davon aus, dass es ein immer feineres Gehör braucht, um solche Unterschiede rauszuhören.
      Für die tägliche Praxis wird sich die Digitaltechnik auch da durchsetzen, weil sie wahrscheinlich einfacher zu
      handhaben ist und weniger "zickig".
      Werde den Link mal einen befreundeten Hardrocker geben. (der ist aber schwer zu bekehren).

      Ein Problem mit all den künstlich gesampelten Sounds wird sein (ist ja schon so), dass immer weniger Leute überhaupt noch wissen,
      wie ein Klavier, Gitarre, Cello usw. im Original live klingt. Die Gelegenheiten, so etwas zu erfahren nehmen ab.
      Angelo Branduardi soll kürzlich in Regensburg auch vieles seiner Instrumente vom Synti eingespielt haben.
      Brauchst keine zusätzlichen Musiker, klingt immer gleich sauber und zuverlässig,.......und langweilig ;-)

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 30.11.2016

      Ich habe so eine Handvoll CDs mit Musik, die ich als Referenz immer mitnehme, wenn jemand mal wieder erzählt, er hätte sich jetzt eine Superanlage gekauft.
      Die Musik auf diesen CDs habe ich als Referenz so für mich verinnerlicht (ist eben meine Lieblingsmusik), so dass ich weiß, wie sie auf meiner Anlage klingen (gut)
      und entsprechend beurteile, ob mir eine andere Player-Verstärker-Boxen-Kombi auch gefällt.
      Das eine oder andere Instrument habe ich dabei schon live gehört oder gespielt (Steinway Flügel, Martin Gitarre...), dass ich auch sagen kann "das klingt wirklich, wie in Natura".

      Nun nochmals zum Soundfinder. Hatte vor wenigen Tagen wieder Erfahrungen damit machen dürfen. Zugegeben ist diese Maschine nicht so ohne, da man so manches schon
      miteinander vergleichen oder zumindest vorführen kann.
      Auch ein Nichtakustiker dürfte aber zustimmen, dass ein Vergleich unterschiedlicher Signalverarbeitungen mit gleichzeitig unterschiedlichem Musikmaterial nichts bringt.
      Äpfel und Birnenn kann man grundsätzlich schon vergleichen, wenn die daraus gewonnenen Schlüsse weiterhelfen. Im oben genannten Beispiel ist das aber nicht der Fall.

      Was messbare Parameter anbelangt, womit man definieren kann "das klingt gut" oder auch nicht, sind wir insgesamt relativ eingeschränkt.
      Linearer Frequenzgang, o.k., saubere Abbildung der Signale, auch o.k., Verzerrungen,....da gehts schon los. Ein eingeschworener Gibson-Gitarrist mit Marshal Röhrenverstärker wird
      mit nichts anderem spielen wollen und wenn man ihm hundertmal vorrechnet und vormißt, dass seine Röhrenvitringe verzerrt wie Harry.
      Inzwischen tauchen die Röhrenverstärker auch wieder im HiFi-Bereich auf. Bei Hörgeräten werden wir vorerst davor verschont, obwohl das im Winter angenehme Nebeneffekte hätte.
      Wer den Röhrensound mag, der mag nichts anderes mehr. Könnte man exakt messen was daran so schön klingt, müßte es ja evtl. digital nachzubilden sein. Das wird aber nie klappen.
      So schnell jedenfalls nicht.
      Ein Musikhändler erzählte mir einmal, dass seine Digitalklaviere so gut und original klingen, dass selbst einige Klavierlehrer beim Zuhören nicht sagen konnte, welches der Klaviere ein echtes und
      welches ein digitales war. "Träum weiter", habe ich mir nur gedacht.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 27.11.2016

      Servus,
      mit dem Klangfinder ist nichts spezielles vorgefallen. Mich hat es aber schon immer verwundert, wenn ein Vertreter ins Haus kam und meinte "hören Sie doch mal in unser neues Hörgerät rein, das hat einen sehr weichen Klang". Das war dann damals auch oftmals ein völlig branchen- und fachfremder Vertreter seiner Art. Mit dem Stethoklip ein Hörgerät abhören und ein Statement darüber abzugeben, ob das weich klingt und dem Schwehörigen genauso vorkommt, war mir damals schon ein Rätsel, wie das gehen soll.
      Dass bei den vielen hier bereits dazwischengeschalteten Stufen vom Hörgerät bis zum Kopfhörer nicht mehr beurteilt werden kann, ob das Hörgerät das tut, was es nach dem Prospekt soll, ist hier ja auch schon erklärt worden.
      Klang kann schon in gewisser Weise durch meßbare Parameter "bewiesen"werden. Hier sind wir aber immer noch in der Situation, dass vieles offensichtlich noch nicht meßtechnisch erfaßt werden kann, was den guten Klang ausmacht.
      Das ist so im HiFi-Bereich und ganz speziell, wenn es um die Wahrnehmung des pathologisch veränderten Gehörs geht.
      Als Threaderöffner habe ich übrigens nicht Fragen gestellt, die eher in HiFi-Fachforen diskutiert werden, sondern speziell eine Angelegenheit, die uns Hörakustiker betrifft. Die Abschweifung kam im Verlauf der Diskussion, was ich aber nicht schlecht finde.
      Hörgerätepräsentationen alla Klangfinder und so manche anderen Gimmicks sind zwar unterhaltsam aber wenig zielführend, da wenig aussagekräftig. Vor Fachpublikum werden solche Veranstaltungen leicht mal zur "Tupperwareparty" degradiert.
      Gleichzeitig fällt vermehrt unterm Tisch, dass am Ende des Programmier- bzw. Meßkabels auch noch ein menschliches Wesen sitzt.
      Aber da hier auch immer die Industrie mitliest, bekommt Sie vielleicht eine ehrlicheres Feedback, als auf den in der Eile ausgefüllten Bewertungsbogen,
      Daher hier mal auch ein großes Lob an die Betreiber dieses Forums, womit man in aller Ruhe seine Meinung austauschen kann.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 26.11.2016

      So was Ähnliches gab es (ich meine) von Siemens vor ca. 30 Jahren mal. Ein Vibrator, der auch am Handgelenk getragen wurde und in Verbindung mit Lippen- und Mimikablesen eine bessere Sprachverständlichkeit erzielen sollte. Das hier ist natürlich eine ganz andere Anwendung.
      Idee nicht schlecht. Mehr echte Livemusic wäre natürlich sinnvoller. Am besten selbstgemacht.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 24.11.2016

      Ein unglaublich weites und interessantes Feld. Die Psychoakustik.
      Bei den Klangdiskussionen, wie sie auch in HiFi-Foren stattfinden geht es allerdings schon oftmals haarscharf am Woodoo vorbei.
      Trotzdem ein schönes Thema und gerade auch für uns Hörakustiker von Bedeutung.
      Würden sich mehr Leute dafür richtig interessieren, hätte es vielleicht diese Klanfinder nie gegeben :-)

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 23.11.2016

      1
       
       Aber wie sieht es in der breiteren Masse aus?
       



      Unterschiedlich. Aber tendenziell habe ich den Eindruck, dass man heute alles etwas billiger und schlechter machen kann, als es schon einmal war und die Masse ist damit auch noch zufrieden.
      Das betrifft kulinarische, akustische, olfaktorische und optische Eindrücke gleichermaßen, wenn man sich so umsieht. Ist halt so.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Des Kaisers neue Kleider..." geschrieben. 22.11.2016

      Das mit den RIC-Plastiken werde ich mir mal antun. Meine Vorzeigeatrappen sind schon uralt (ich sag jetzt nicht, wie alt )
      Ist auch gleich eine Möglichkeit ein neues Labor auszuprobieren. Ich habe sehr unvorteilhafte GG.

      Die elektroakustische Odyssee, die so ein Signal durchlaufen muß, bis es den Klangfinder verläßt und beim Hörer ankommt, ist schon abenteuerlich, was die Odyssee damals ja auch war. Ein Wunder, dass da überhaupt noch was Anhörbares rauskommt. Solch eine Nonsensmaschine ausgewachsenen Hörakustikern zu präsentieren hat schon ein Gschmäckle

    • jomo62 hat das Thema "Des Kaisers neue Kleider..." erstellt. 22.11.2016

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Signia Telecare - Fluch oder Segen?" geschrieben. 16.11.2016

      Die Frage, ob Fluch oder Segen wird sich bald nicht mehr stellen.
      Haben Hörgeräte eine Verbindung zum Smartphone, dann sind sie im WWW. Damit kann ich über kurz oder lang sehr viele Dinge von mir aus mit meinen Hörgeräten anfangen.
      Gleichzeitig geht das natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung.
      Was einerseits als Riesenoption von Oticon (Oticon Opn - IFTTT.com Szenarios) kürzlich vorgestellt wurde, wird sich tatsächlich nicht mehr aufhalten lassen.
      Andrerseits besteht diese Riesenoption auch für Akustiker und Hersteller. Ob letztere die ersteren auf Dauer mit im Boot haben wollen, ist spekulativ.
      Es werden sich, wie beim Smarphone, schleichend viele sinnvolle Anwendungen bewähren und viele unsinnige werden wieder verschwiden.
      Die meisten User werden bestimmt in Zukunft auch ein Hörsystem haben wollen, das man nicht besonders pflegen und bedienen muß.
      Ansonsten kann man die Möglichkeiten in Verbindung mit Google-Glass ins Unendliche spinnen (Buchempfehlung: Zero, von Marc Elsberg).

      Vielleicht sollte man sich, wie in vielen anderen handwerklichen oder sozialen Berufen wieder mehr auf die Grundfertigkeiten besinnen.
      Und das ist meist nicht softwarebasierendes Wissen und Können.

      Quod erat Nostradamus ;-)

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Rezeptabrechnung und elektronischer Kostenvoranschlag" geschrieben. 27.09.2016

      Servus,
      die Kostenvoranschläge und Abrechnungen mit den GKVs kann man im Prinzip in Erfahrung bringen.
      Die tägliche Problematik bei diesen Aktionen beruht zum Teil auf öfteren Änderungen der Verfahren durch die einzelnen KKs
      und manchmal durch Änderungen der Softwaremodalitäten.
      Ist man einige Monate aus dieser Arbeit raus, kann man fast wieder von vorne beginnen, da sich schon wieder einige Kleinigkeiten geändert haben.
      Meist sind dies Punkte, die keine relevante Auswirkung auf die eigentliche Hörgeräteversorgung samt Preis und Abrechnung haben.
      Werden solche Änderungen (Schikanen?) jedoch nicht beachtet, bekommt man die Rechnung postwendendw wieder abgesetzt und zurückgeschickt.

      Wir benützen unseren Softwaredienstleister, der im Programm die Kommunikation mit den einzelnen Kassen ermöglicht und wichtige Eckpunkte regelmäßig upgraded.
      Wer sich das alles selber zutraut (kann man schon), der braucht sich um die praktische Anpassung von Hörgeräten keine so großen Gedanken mehr machen.
      Dazu bleibt einem nämlich nicht mehr so viel Zeit.

      Die Abrechnung von KK-Leistungen gibt es ja schon einige Jahrzehnte und ist somit nicht so neu. Es entsteht aber der Eindruck, dass die letzten Jahre
      immer mehr "Kollateraldienstleister" in die Abrechnung mit einbezogen werden, die hier mitverdienen.
      Zum Teil war eine Abrechnung mit den Kassen gar nicht mehr möglich, ohne ziemlich sinnbefreite aber sehr teure Maßnahmen durchzuführen, die einem vorgeschrieben wurden.
      In Sizilien gibt es für so etwas einen Ausdruck, den ich hier nicht sage. Dort macht man das auch so aber mit viel brachialeren Methoden.

      Bereits die Tatsache, dass sich in Regierungsfachkreisen jahrelang viel Arbeit gemacht wird, um einen gesetzlichen Festbetrag zu definieren, der dann alle paar Monate
      im Vertragswerk der GKVs wieder (manchmal nur um ein paar Cent) geändert wird, ist für einen normaldenkenden Menschen nicht nachvollziehbar.
      Dass dabei jede GKV ihre eigenen Vorstellungen hat, die wiederum um einige Cent von einer anderen GKV abweichen kann, macht diese Landschaft noch bunter.
      Da ich davon ausgehe, dass die dafür Verantwortlichen selbst den Unsinn dieser Aktionen zugeben, muß es einen besonderen Grund geben, dass man es trotzdem so handhabt.
      Bin noch nicht dahintergekommen.

      Lange Rede kurzer Sinn: Die Rezeptabrechnung ist im Prinzip eine einfach zu erlernende Angelegenheit, die im Einzelfall aber erheblichen Ärger im Arbeitsalltag bereiten kann.
      Durch z.T. nur minimale Abweichungen von KK zu KK, sind kleine Abrechnungsfehler mit großen Auswirkungen (Rechnung kommt eben wieder zurück) vorprogrammiert.
      Also keinen großen Kopf darüber machen, wenn man da nicht spontan zurechtkommt. Es ist eben so ;-)

      jomo

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Ausbildung zum Hörgeräteakustiker im fortgeschrittenen Alter" geschrieben. 15.09.2016

      Zitat
      Hörakustiker sollten nicht so arrogant sein, zu glauben dieser Beruf sei nur durch eine Lehre zu erlernen



      Sehen wir es mal von der anderen Seite, die ich in der Praxis auch erfahren durfte.
      Wollte ein Hörgeräteakustiker nach null Erfahrung als Optiker und nach 6 Monaten Prüfungsvorbereitung die
      Prüfung zum Optikermeister antreten, wird er nur Kopfschütteln von den Optikern ernten. Nicht würde, wird.
      Obwohl auch dieser Weg mit viel Ehrgeiz zu schaffen ist.
      Die Arroganz liegt also eher bei den (hier) Optikern, die sich in vergangener Zeit angemaßt hatten, so was wie den Akustikermeister schaffe man mit links.

      Tatsächlich sind dann z.T. ganze Klassen durchgefallen.
      Da es sich dabei aber überwiegend um keine Akustiker mit Leib und Seele handelte, sondern eher um einfache Krämerseelen, hatten die das einkalkuliert.
      Ein paar Tausender zusätzlich für die erneute Prüfung plus Spesen (natürlich alles geschäftlich absetzbar) sind leicht zu verschmerzen, wenn man
      im Gegenzug die nächsten Jahre hochrechnet, was man zusätzlich zu Contactlinsen und Brillen mit Hörgeräten verdienen wird.

      Unter solchen Hörakustiker-Seiteneinsteigern hatte ich tatsächlich sehr engagierte Schüler kennengelernt, die auch später sehr verantwortungsvoll diesen
      Beruf ausübten und sich weiterbildeten.
      Ich kenne aber auch einen Hörakustiker aus dieser Riege, der sich ein paar High-End-Boxen angeschaft hat.
      Als er mir die vorführte, kamen mir diese sofort extrem dumpf vor. Beim Gesang, keinerlei Konsonanten, High-Hat beim Schlagzeug nicht hörbar, Klang akustischer Instrumente unterirdisch ?!
      Der Fehler lag am Anschluß. Die Endstufe war nur mit dem Baßsystem verkabelt und eine Brücke zum Mittel-Hochton-Bereich nicht eingebaut. Lag aber der Anleitung bei.
      Man muß hier nicht nur unfähig sein, eine Bedienungsanleitung zu lesen. Jegliches Verständnis für die Akustik im Allgemeinen ist bei solch einem Spezialisten nicht vorhanden.

      Es hat sicherlich handwerkliche und wirtschaftliche Gründe, dass man diesen Weg der Umschulung auf einen anderen Beruf ermöglicht hat.
      Mein Eindruck war aber der, dass viele hier nur eine Lizenz zum zusätzlichen Geldverdienen erwerben wollen und man dieser Nachfrage in einigen
      Schulen sehr preiswert nachgekommen ist.

      Gleichzeitig gibt es auch Lehrlinge im 3. Lehrjahr, die kaum in der Lage sind, eine komplette Otoplastik herzustellen oder ein komplettes IO-Gerät zu bauen.
      Hier war die Ausbildung in den Schulen, die ich kennenlernen durfte so gut, dass das die Meister-Umschüler binnen 6 Monaten recht gut hingekriegt hatten.
      Wird dies zwar nicht unbedingt die Hauptaufgabe eines Meisters sein, vergrößert es doch das Gesamtverständnis für den Aufbau und die Funktion eines
      Hörgerätes bzw. der Otoplastik.

      Fazit für mich: Es geht sehr wohl, umzusteigen. Auch in dieser kurzen Zeit. Leider gibt es nicht so viele, die es aus echtem Interesse an der Hörakustik oder Akustik allgemein machen.
      Den geringsten Schaden richten dabei noch die an, welche zwar die Hörakustik im eigenen Geschäft auf Grund ihrer Befugnisse einführen, für die fachliche Tätigkeiten jedoch einen
      erfahrenen Akustikergesellen oder noch einen Meister einstellen und selbst die Finger davon lassen.

      jomo

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Oticon Como | Binaurale Synchronisation jetzt auch in der Einstiegsklasse" geschrieben. 15.09.2016

      Klar, mit Otion hat das jetzt speziell nichts mehr zu tun.
      Aber die angedachten Konsequenzen sehe ich auch so.
      Wieder die Parallele zu Hifi und Foto. Da gabs früher auch viele kleine Fachgeschäfte.
      Jetzt haben wir die bekannten großen Elektromärkte.
      Ob das aufzuhalten ist oder eine Zwangsläufigkeit dahinter steht, werden wir sehen müssen.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Oticon Como | Binaurale Synchronisation jetzt auch in der Einstiegsklasse" geschrieben. 14.09.2016

      Zitat
      Ich freue mich für den Endverbraucher, der zu einem günstigen Preis immer bessere Geräte bekommt. Ich trauere um den Markt, der sein Preis-Leistungsniveau dadurch immer weiter absenken (muss), denn es wird darauf hinauslaufen: Quantität statt Qualität.



      Da meine ich aber einen Widerspruch zu sehen.
      Wenn ich zu einem günstigen Preis immer bessere Geräte bekomme, dann wird das natürlich die Stückzahlen nach oben treiben.
      Aber wie angesprochen eben auch immer bessere Geräte.
      Wie im Unterhaltungselektroniksektor oder bei Digicams gibt es nach einiger Zeit tatsächlich eine recht gute Qualität zu niedrigen Preisen.
      Die Nachfrage nach High-End-Produkten geht dabei automatisch zurück.

      Extreme HiFi-Freaks werden selbst von Insidern auch etwas belächelt, da sich deren Qualitätsvorstellungen schon etwas zwischen
      Woodoo und Esoterik bewegen. In Doppelblindtests hören sie selten wirklich den Qualitätsvorsprung einer High-End-Anlage heraus.

      Bei Hörgeräten machen viele die gleiche Erfahrung.
      Allemal wäre es sinnvoller mit kürzeren Versorgungszyklen zu arbeiten, da auch ein High-End-Hörgerät nach 5 Jahren
      intensiver Nutzung ziemlich hinüber ist und bei Reparaturen oft die gesamte Technik getauscht werden muß.

    • jomo62 hat einen neuen Beitrag "Bereich für die Meister" geschrieben. 09.09.2016

      Zitat
      Wieso werden Bücher, die eigentlich in die eigene Bibliothek zum Nachschlagen gehören, sofort verkauft und somit aus dem Gedächtsnis gebannt?



      Weil es erst mal viele mit Büchern schon mal nicht so haben.
      Das andere ist, dass es einigen (vielen) darum geht, die "Pappe" (Meisterbrief, Gesellenbrief, Führerschein........) zu bekommen, um das tun zu dürfen,
      womit man Kohle machen kann. Echtes Interesse an der Materie besteht da oft nicht.
      Sich über den akustischen Tellerrand hinaus zu informieren (Musik, Raumakustik, Physik und Naturwissenschaften allgemein) kostet zu viel Zeit und bringt nichts ein.

      Wir dürfen uns aber auch nicht wundern.
      Jahrzehntelang wurden Schüler, Handwerker, Studenten auf Haupt- und Kernfächer getrimmt.
      Wenn da jemand Sinologie, Kunstgeschichte oder gar Musik studieren wollte, der wurde oft erst gefragt, wie er sich mit solch einer brotlosen Kunst später seinen Lebensunterhalt verdienen will.
      Menschen ohne weitreichenden Interessen und damit uninteressante Menschen sind das Ergebnis solcher Unbildungspolitik.

      Gleichzeitig ist es unattraktiv geworden, sich anzustrengen (Leistungssport?).
      Etwas von der Pike auf zu lernen ist zu langwierig.
      Auch klar in einer Zeit, wo man nach der Schule erst mal eine "Auszeit" benötigt und mit 20 die erste Kreuzfahrt von der Oma bezahlt bekommt und Wellnessurlaub macht, weil man reif für die Insel ist.

      Schön dann auch immer die verdrehenden Augen, wenn man mal einem Auszubildenden etwas ausführlicher erklären will.
      "Ich wollte doch nur wissen, welcher Winkel auf das Hörgerät paßt und nicht den Nobelpreis in Physik gewinnen", kommt dann schon mal rüber.

      Aber vielleicht gehöre ich inzwischen auch schon zu den alten Haudegen, die sich ab und zu einen Begriff aus dem Lateinischen herleiten können, weil man das in der Schule eben hatte.

      jomo

Empfänger
jomo62
Betreff:


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